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Immobilienexposé richtig lesen: Was Käufer prüfen sollten

In diesem Artikel

Ein hochwertig gestaltetes Exposé soll Interesse wecken. Es zeigt Bilder, Grundrisse und die Vorzüge eines Hauses. Für eine Kaufentscheidung ist das wertvoll – aber nicht ausreichend.

Die Angaben systematisch lesen

Beginnen Sie nicht bei der schönsten Fotografie, sondern bei den objektiven Informationen: exakte Lage, Wohn- und Grundstücksfläche, Baujahr, Gebäudezustand und Kaufpreis.

Prüfen Sie, ob eine Wohnflächenberechnung vorhanden ist und ob alle als Wohnfläche bezeichneten Bereiche nachvollziehbar sind. Bei ausgebauten Dachgeschossen, Souterrainräumen oder Anbauten können Fragen zur Nutzung und Anrechenbarkeit entstehen.

Grundrisse verraten mehr, wenn man nicht nur Zimmer zählt. Wie sind die Wege zwischen Küche, Wohnen, Schlafen und Garten? Gibt es dunkle Durchgangsräume? Passt die Raumaufteilung zum Alltag?

Modernisiert – aber was genau?

Wörter wie „aufwendig saniert“ oder „modernisiert“ sind ohne nähere Angaben wenig aussagekräftig. Fragen Sie nach Zeitpunkt und Umfang der Arbeiten. Eine neu gestaltete Küche ist nicht mit erneuerten Leitungen oder einer Dachsanierung gleichzusetzen.

Auch der Energieausweis gehört zu den relevanten Unterlagen. Im Verkaufsfall muss er nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden, soweit keine Ausnahme greift. Die Kennwerte sind jedoch kein Ersatz für eine technische Gebäudeprüfung.

Was fehlt im Exposé?

Ein Exposé enthält nicht zwingend Grundbuchauszug, Bauakte, Nachweise zu Umbauten oder eine detaillierte Zustandsbewertung. Fehlen solche Unterlagen, kann man sie für eine ernsthafte Kaufprüfung anfordern.

Fragen Sie auch nach der Verfügbarkeit und den Provisionsbedingungen. Eine veraltete Anzeige kann einen anderen Eindruck vermitteln als die tatsächlich noch verhandelbare Verkaufssituation.

Grundrisse sind keine Dekoration

Ein Grundriss verrät, ob Räume gut erreichbar sind, wie viele Treppen im Alltag anfallen und ob der Zugang vom Wohnbereich zum Garten sinnvoll gestaltet ist. Legen Sie ihn neben die Fotos. Ist die auf dem Foto gezeigte Terrasse auf dem Plan nachvollziehbar? Gibt es Durchgangszimmer, die als vollwertige Schlafzimmer gezählt werden?

Achten Sie außerdem auf Räume im Untergeschoss. Ob ein Raum tatsächlich zum dauerhaften Wohnen zugelassen und geeignet ist, lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung „Hobbyraum“ oder „Gästebereich“ ableiten.

Verkaufstext und belegbare Information trennen

Begriffe wie „hochwertig“, „bezugsfertig“ oder „umfassend modernisiert“ haben ohne nähere Angaben einen großen Interpretationsspielraum. Lassen Sie sich bei ernsthaftem Interesse die wichtigsten Maßnahmen und ihren Zeitpunkt erläutern. Rechnungen oder Fachunterlagen können dabei hilfreich sein.

Vor einer Besichtigung gezielt nachfragen

Fehlt eine wichtige Angabe, sollte sie nicht durch eine Vermutung ersetzt werden. Oft reichen wenige Rückfragen: Ist der angegebene Preis aktuell? Welche Flächen sind nachgewiesen? Welche Umbauten wurden vorgenommen? Liegt ein Energieausweis vor? Gibt es bekannte Besonderheiten bei Grundstück oder Gebäude?

Wer diese Fragen früh stellt, kann persönliche Besichtigungen auf die wirklich interessanten Häuser konzentrieren.

Fazit: Ein Exposé ist der Beginn einer Prüfung, nicht ihr Abschluss. Ein gutes Angebot hält auch genauerem Nachfragen stand.

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